Evangelische Krankenpflegestation Grossbottwar - Die Geschichte der Krankenpflegestation Tageslosung
 
Jesaja 59,1-2
Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht hart geworden, sodass er nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott.

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Die Geschichte der Krankenpflegestation

Im Detail:

Diakonie in Großbottwar
Als im Jahre 1919 die erste Krankenschwester von der evangelischen Kirchengemeinde Großbottwar angestellt wurde, begann ein neuer und wesentlicher Abschnitt in der Fürsorge für die kranken Mitbürger Großbottwars. Und wieder zeigt die Geschichte, dass die Verantwortung für den Mitmenschen immer schon untrennbarer Teil christlichen Glaubens ist und dort auch wahrgenommen wird.

Armen- und Almosenpflege nach der Reformation (16. und 17. Jahrhundert)
Besondere Impulse hat in Württemberg die Armenhilfe nach der Reformation durch die evangelische Landeskirche erhalten. Das für das Konzil von Trient von Johannes Brenz 1551 verfasste Württembergische Bekenntnis sagt in Artikel XV: "Wir lehren , dass man fleißig Almusen geben soll, und ermahnen die Kirchen, dass ein jedlicher seinem Nächsten mit allem seinem müglichen Dienst zu Hilf kommen und sein Liebe an ihm bezeugen soll."

Konkret wurde dieses Bekenntnis nicht nur in den Württembergischen Kirchenordnungen von 1536 und 1559, sondern auch in den so genannten "Kastenordnungen", welche die Bildung örtlicher Armenkassen vorsahen. An die Errichtung von Heimen und Anstalten, die für die Bedürftigen dringend notwendig gewesen wären, konnte in den meisten Gemeinden wegen fehlendem Geld in den Armenkassen nicht einmal gedacht werden. Ein überörtlicher Ausgleich und die Bewältigung von landesweiten Aufgaben, wie es den heutigen Vorstellungen von einer geordneten Diakonie entspricht, waren ausgeschlossen. Die Armenkassen waren ausschließlich eine örtliche An-gelegenheit der jeweiligen Kirchengemeinde. Entsprechend den wirtschaftlichen Veränderungen (Kriegszeiten und Missernten) hatten auch diese Armenkassen ein ständiges Auf und Ab der vorhandenen Geldmittel.

Wechsel von der Armenpflege zur Krankenpflege (18. und 19. Jahrhundert)
Die politischen Wirren und die wirtschaftliche Not, als Folge der Napoleonischen Kriege (1792-1815), Missernten, die Probleme der sich anbahnenden Industrialisierung, verschärft durch ein starkes Bevölkerungswachstum, waren eine große Herausforderung. Viele Bürger wanderten in diesen Zeiten nach Russland, Amerika oder Australien aus.

Der Pietismus nahm sich in vielfältiger Weise dieser Nöte an. So genannte Rettungsanstalten wurden gegründet. Daneben bestimmte zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch der Späthumanismus das soziale Klima im neuen Königreich Württemberg. Sichtbarer Ausdruck dafür war die Gründung der Zentralleitung des Wohltätigkeitsvereins im Jahr 1817 durch die Zarentochter und Königin Katharina, Ehefrau von König Wilhelm I (1816-1864). Diese neue Organisation sollte das Armenwesen in Württemberg koordinieren.

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Aufgrund des medizinischen Fortschrittes begann sich die Krankenversorgung allmählich von der eher notdürftigen Armenpflege zu lösen. Aus den Hospitälern, in denen die Armen- und Siechenbetreuung erfolgte, entwickelte sich das Krankenhaus, in dem die Behandlung durch den Arzt in den Mittelpunkt rückte. Diese Neuorientierung erforderte auch eine neue, fachkundige Pflege. Es gab zwar Versuche einzelner Ärzte, solche Pflegekräfte heranzubilden. Aber der Beginn der modernen Krankenpflege vollzog sich vor allem innerhalb der beiden christlichen Konfessionen. Nach dem Beispiel der französischen Barmherzigen Schwestern entstehen auf katholischer Seite Pflegeorden. In Münster wurde im Jahre 1808 die erste deutsche Kongregation (Verband mehrer selbstständiger Klöster) der Barmherzigen Schwestern gegründet. Weitere folgten in großer Vielfalt. Der Bedarf der Krankenhäuser an Pflegekräften war groß. Diese, sowie die dadurch wachsenden fachlichen Ansprüchen, bekamen jedoch von evangelischer Seite eine Antwort. 1836 schuf Theodor Fliedner zusammen mit seiner Frau Friederike in Kaiserswerth das erste Diakonissenmutterhaus. Dieses Haus sollte sich den sozialen Aufgaben in der ganzen Breite annehmen. So wurde die in Kaiserswerth angestoßene Entwicklung des Diakonissenwesens eine geraume Zeit lang für die Modernisierung der Krankenpflege sehr bedeutsam.

Die Form des Mutterhauses, die den Diakonissen Bildung und Ausbildung, Gemeinschaft im Kreise Gleichgesinnter, Arbeit und Versorgung bei Krankheit, Invalidität und im Alter gewährte, war damals sehr überzeugend. Die ersten Schwesternschaften des Roten Kreuzes, welche sich im ausgehenden 19. Jahrhundert bildeten, übernahmen diese Form mehr oder weniger abgewandelt bis nach dem 2.Weltkrieg.

Ein kurzes Schlaglicht: Im Jahr der Revolution, 1848, in dem Karl Marx sein "kommunistische Manifest" veröffentlichte, gründete Heinrich Wichern die "Innere Mission", aus welcher das heutige „Diakonische Werk“ entstand. Zwei grundverschiedene Antworten auf die gleiche soziale Not. Durch alle diese Ereignisse wurde in Württemberg die Öffentlichkeit mit politischen und sozialen Fragen konfrontiert, die in dieser Schärfe bis dahin noch nicht gestellt wurden.

Krankenpflegevereine entstehen (Ende 19. Anfang 20. Jahrhundert)
Ab 1880 entstanden im Land die ersten privaten Krankenpflegevereine, welche Krankenschwestern für die Gemeindekrankenpflege anstellten. Auch in unseren Akten sind Statuten von einem Verein aus dem Jahre 1900 enthalten. Dieser wurde durch das Kirchendekanat gegründet mit dem Ziel, in Stellvertretung der armen Ortsgemeinden Krankenschwestern ausbilden zu lassen und in den Gemeinden einzusetzen. Auch die organisierte Nachbarschafts- oder Familienhilfe, die früher "Hauspflege" hieß, wurde bereits in dieser Zeit aktiv. Im Gründungsaufruf des Stuttgarter Hauspflegevereins der Frau Ottilie Duvernoy im Jahr 1900 hieß es: "Der Lokalwohltätigkeitsverein hat eine Wochenpflege eingerichtet, die aber nur solchen Familien zugute kommt, die der Unterstützung im Rahmen der Tätigkeit des Vereins bedürftig sind."

Die soziale Entwicklung greift auch auf Großbottwar über
Dem vom Dekanat Marbach im Jahre 1900 gegründeten Verein für die Krankenpflege, sollten die einzelnen Orte des Dekanats beitreten. Aber diese Sache fand in Großbottwar keine große Zustimmung. Lieber wollte man auf örtlicher Ebene eine Schwester anstellen. Pfarrer Böcklen versuchte aufgrund des aus seiner Sicht dringenden Bedarfes, eine Grundlage für die Anstellung zu schaffen. Er lud die Gemeindeglieder zu einer Gründungsversammlung im Mai 1901 ein. Aber es fanden sich lediglich 60 Mitglieder, was als Basis für eine feste Pflegestelle nicht ausreichend war, so dass die Gründung fehlschlug. Man führte die örtliche, kirchliche Krankenkasse weiter, die durch regelmäßige Opfer und Stiftungen gestützt wurde und war damit zufrieden. Auch wollte man nun abwarten und sehen, wie sich die Gemeindekrankenpflege in den Nachbarorten entwickelte.

Pfarrer Siegel
1905 kam es im Kirchengemeinderat unter dem Vorsitz von Pfarrer Siegel zu dem Beschluss, einen Fond zur Einrichtung einer Krankenpflegestation zu bilden. 1908 wurde laut Beschluss des Kirchengemeinderates nun auch in Großbottwar die Einrichtung einer Krankenpflegestation insoweit vorangetrieben, dass beim Bau der Kleinkinderschule (Kindergarten) zusätzlich zu der Wohnung der Kindergartenschwester, auch eine Wohnung für eine Krankenschwester eingeplant wurde. Doch andere anstehende Entscheidungen bewegten die Gemüter in Großbottwar weit tiefer als die Krankenfürsorge. So diskutierte man z.B., ob ein Wasseranschluss in alle Häuser erfolgen und ob der Stromanschluss angestrebt werden sollte oder nicht. Der Wasseranschluss erfolgte 1907, der Stromanschluss 1911.





Aber dann brach der 1.Weltkrieg aus und die vorhandenen geringen Geldmittel erlaubten nun erst recht keine Anstellung einer Schwester. Frau Kunz, Witwe und ehemalige Diakonisse, zu der Zeit Leiterin des Genesungsheims und nicht auf ein festes Gehalt angewiesen, half den Kranken gelegentlich auf freiwilliger Basis.

Im Westen, in Frankreich zeichnete sich inzwischen die Katastrophe ab. Der Rückzug der deutschen Truppen begann, dazu kam auch die Revolution in Berlin, so dass der Kaiser ins Ausland flüchtete. Mehrmals hatte auch die Kirchengemeinde in „vaterländischer Verantwortung“ hohe Beträge für die Kriegsanleihe gezeichnet, auch zwei Glocken wurden für den Kanonenguss geopfert. Dies alles war verloren und so musste man von neuem anfangen.
Ein Jahr nach Kriegsende folgte dann für die örtliche Krankenpflege eine überraschende Wende. Pfarrer Feldweg berichtet dem Kirchengemeinderat am 25.4.1919, dass er vom Gerichtsnotar in Horb über Herrn Stadtschultheiß Burkhardt eine Stiftung in Höhe von 5000.-Mark zur Einrichtung der Krankenpflegestation erhalten habe. Der Name des Spenders solle nicht genannt werden. Nun endlich konnte in Großbottwar eine Schwester bezahlt werden.

(Bild oben: Der königliche Hoflieferant bietet Geräte für die Krankenpflege an)

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1919: Gründung der Krankenpflegestation
Sofort beschloss man die Anstellung einer Schwester und trat in Verhandlung mit dem Herrenberger Verband. Eine Wohnung stand ja bereits zur Verfügung. Diese musste lediglich noch eingerichtet werden. So wurde Schwester Luise Marstaller vom Herrenberger Verband, die erste Großbottwarer Schwester. Sie sollte in Zusammenarbeit mit dem ansässigen Arzt und dem Apotheker für die Kranken da sein. Aus diesem Anlass wurde das Charlottenkreuz verliehen. Es war 1916 von König Wilhelm zu Ehren seiner zweiten Frau Charlotte gestiftet worden. Unklar ist, ob es Pfarrer Feldweg (Bild rechts) oder der 1920 nachfolgende Pfarrer Faber erhielt.

Das Charlottenkreuz verblieb bei der Kirchengemeinde, die dazugehörige Urkunde war bisher nicht auffindbar. Von Anfang an konnte der ehemalige Indienmissionar und Hauptlehrer Bommer als Rechner gewonnen werden. Er behielt dieses Amt bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. Herr Eugen Bommer war zugleich auch Vorsitzender des ebenfalls im Jahre 1919 gegründeten CVJM. Regelmäßige Jahresberichte und Zuschussanträge, gerichtet an die Zentralleitung für Wohltätigkeit, kennzeichnen diesen Zeitabschnitt. Zuschüsse oder Ersatz zahlten neben der bürgerlichen Gemeinde, die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft und der Landeswohlfahrtsverband.

(Bild links: Der Gemeinderat beschließt einen Beitrag von 200 Reichs-Mark für die Krankenpflege)

Ab 1923: Im Zeichen Wirtschaftskrise
Dem verlorenen Krieg folgten hohe Zahlungen an das Ausland, Niedergang der Wirtschaft, die Inflation! Das Geld für die Krankenpflege versiegte. Die Schwester konnte nicht mehr bezahlt werden! Es blieb nur der Austritt aus dem Herrenberger Verband. Deshalb musste man sich vorerst anders behelfen. Aus dem Jahresbericht 1925 liest man, dass die Witwe Kunz, die früher schon, vor der Gründung der Krankenpflegestation, auf freiwilliger Basis wegen Geldmangels angestellt war, auch jetzt wieder aushalf. Schon 1926 war die Finanzierung einer Schwester wieder möglich. Schwester Rösle Wöhrle aus Freudenstadt, die schon seit einiger Zeit in Großbottwar mitgearbeitet hatte, wurde für die vollzeitige Krankenpflege gewonnen. Als Schwester Rösle in den Herrenberger Verband eintrat, wurden auch von Seiten der Kirchengemeinde die Verbindungen zu diesem Verband wieder geknüpft.

Innerhalb der evangelischen Kirche verstand man Diakonie immer als Ausdruck des Glaubens der Gemeinde und es war stets ein Anliegen, diesen dringend notwendigen Arbeitszweig zu fördern, neue Impulse zu geben und ihn weiterzuentwickeln. Der Dekan des Kirchenbezirkes Marbach veranstaltete deshalb zur Förderung der Zusammenarbeit und Information, wie es auch überall im Lande geschah, immer wieder Schwesterntage. So auch am Freitag, 29. Juni 1928 in Großbottwar. Zuerst wurde mit den Schwestern des Bezirkes in der Kirche ein Gottesdienst gefeiert, danach in der "Sonne" das Mittagessen eingenommen. Am Nachmittag hielt Pfarrer Dr. Aldinger (Kleinbottwar) einen Vortrag, Oberamtspfleger Pfächler gab den Rechenschaftsbericht und Pfarrer Ziegele vom Herrenberger Verband hielt eine Rede. Neben den Schwestern waren zu diesem Tag auch die Bürgermeister eingeladen sowie weitere Persönlichkeiten, die für die jeweils örtliche Krankenpflege zu tu hatten.

Ab 1930: Zwischen den Kriegen
In der Ära von Pfarrer Faber (Bild) und Pfarrer Neidhard, in der Bürgermeister Burkhart durch Herrn Scholl abgelöst wurde, arbeitete Schwester Luise Haar, eine weitere Schwester vom Herrenberger Verband, in Großbottwar.

Die Krankenpflege wurde von 11 Ausschussmitgliedern geleitet, ca. 400 Mitglieder gehörten dem Krankenpflegeverein an. Dies war bei ca. 2300 Einwohnern, eine stattliche Zahl. Nahezu jede Familie war dabei. Die Summe des Jahreshaushalts der Krankenpflege betrug 1650.- Mark. Einnahmen und Ausgaben waren ausgeglichen. Schwester Luise wohnte zusammen mit der Schwester für den Kindergarten im Kindergartengebäude. Die Arbeitsbelastung wurde für Schwester Luise jedoch zu groß, obwohl sie als Vertretung auch die bewährte Frau Kunz einsetzen konnte, und so musste sie 1932 abgelöst werden. Neue Schwester wurde ab 1932 Frida Holzinger. Sie war eine erfahrene Krankenpflegerin und bisher im Böblinger Tuberkulosekrankenhaus beschäftigt. Doch wieder einmal wurde die Finanzlage des Krankenpflegevereins sehr bedenklich. Im März 1933 musste das monatliche Schwestergehalt auf 90,- und im April 1934 auf 80,- Mark herabgesetzt werden.

Drittes Reich und 2. Weltkrieg
Bevor wir aber nun hier die örtliche Geschichte der Krankenpflege weiterverfolgen, soll aus anderen Dokumenten kurz über die Geschichte der Schwesternschaft und Mutterhäuser in ganz Deutschland eingegangen werden, denn Wesentliches war auf der politischen Bühne geschehen.

Nach dem verlorenen 1.Weltkrieg und der schweren Wirtschaftskrise mit 6-7 Millionen Arbeitslosen folgte die Machtergreifung Hitlers. Am 30. Januar 1933 war seine Ernennung zum Reichskanzler. Wirtschaftlich ging es aufwärts, nach den Jahren der Demütigung keimte neues Selbstbewusstsein. Viele waren begeistert. Auch die Schwesternschaften waren davon zunächst nicht ausgenommen. Die folgende, immer wieder erzählte Begebenheit, blendete selbst fromme Gemüter: Hitler trifft in der Nähe des Klosters Chorin eine Diakonisse und diese fragte ihn: „Herr Reichskanzler, woher nehmen Sie nur die Kraft für ihr schweres Werk?“ Da zog er ein Neues Testament aus seiner Rocktasche und sagte: „Hier Schwester!“ In einem Schwesternblatt schrieb eine Oberin: „Nach viel Not der Zerrissenheit und der Parteiwirrung haben wir einen Führer, der sein Amt täglich aus Gottes Hand nimmt und der darum alles Vertrauens und alles Gehorsams wert ist .... Wir wissen, dass er nichts für sich will. Nicht um Macht und Ehre geht es ihm, sondern um Dienst und Hilfe ...“. Hier klangen Argumente an, die viele Christen zunächst für Hitler einnahmen.

Aber bei allen Loyalitätsbeteuerungen den Nationalsozialisten gegenüber, bekannten die Diakonissenschwestern doch immer wieder, dass sie darüber hinaus einer höheren Macht verpflichtet waren. Eine Oberin drückte das auf einem Schwesterntag 1934 folgendermaßen aus: „Wir leben unter dem Totalitätsanspruch des Christus. (...) Der Nationalitätsanspruch ist Weltanschauung, darin hat er seine Grenze (...) aber wir leben in dieser Welt unter der Herrschaft Gottes und seines Christus (...)“.

Doch der Nationalsozialismus wachte eifersüchtig darüber, dass ihm vom Einzelnen und von der Gruppe eine ungeteilte Hingabe entgegengebracht wurde. Wer sich anmaßte, einen anderen Herrn neben oder über ihm anzuerkennen, wurde zum Gegner erklärt. Daher wurde die Diakonie, nachdem sie immer stärker und öfter die Rangfolge: „Erst Gott, dann der Mensch“, betont hatte, zunehmend angefeindet und Angriffen ausgesetzt. Den Schwestern wurde immer wieder die Fähigkeit abgesprochen, im neuen Staat mitzuarbeiten, weil sie nicht durch und durch vom nationalistischen Geist erfasst seien. Alle neu einzurichtenden oder neu zu besetzenden Stellen in Gemeinden oder Krankenhäusern sollten nur noch von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) besetzt werden. Aber trotz diesen Anfeindungen sollte, nach Meinung der Verantwortlichen in der Diakonie, das Feld der Gemeindekrankenpflege nicht geräumt werden.

Die Möglichkeiten des Staates, Diakonissen aus der Gemeindearbeit zu vertreiben, waren allerdings vielgestaltig. Man strich z. B. einfach die staatlichen Zuschüsse für diese Arbeit an der Bevölkerung. Versuchte eine Kirchengemeinde, die Arbeit aus eigenen Mitteln zu finanzieren, so wurde sie als Konkurrenz abqualifiziert und geplante Sammlungen nicht genehmigt. Von solchen Schikanen sollte auch Großbottwar nicht ausgenommen bleiben.

Die Diakonie hatte sich zu dieser Zeit soweit entwickelt, dass daraus inzwischen eine umfassende Pflege der Familie geworden war, die auch Elemente der Krankheitsvorbeugung und der Gesundheitserziehung enthielt. Auch die Mitarbeit in den verschiedenen Bereichen der kirchlichen Jugend - und Erwachsenenarbeit (Kindergottesdienst, Frauenkreise, manchmal sogar Organistendienst u. a.) gehörte dazu. Die Gemeindeschwester, besonders auf dem Dorfe, kannte meist bis ins Einzelne das soziale Umfeld der ihr Anvertrauten.
(Bild links: Jahresbericht der Krankenpflegestation vom 17.1.1934 und Beitragsgesuch an die LVA)

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Schwierigkeiten auch in Großbottwar
Am 15.1.1936 schied Schwester Frida Holzinger aus, stattdessen kam nun Schwester Hilde Kühnle nach Großbottwar. Sie hatte ihre Ausbildung in Berlin erhalten, gehörte aber dem Herrenberger Verband an. Manches deutet darauf hin, dass die Abberufung von Schwester Frida Holzinger von Pfarrer Dilger gezielt gefordert wurde, weil diese zu sehr mit dem Nationalsozialismus sympathisierte. Die bisher im Untergrund schwelende Konfrontation mit dem Nazi-Staat trat dadurch zu Tage. Als äußerer Anlass dienten die jährlichen Anträge auf Finanzhilfe durch die Gemeinde. Pfarrer Dilger bat im Namen des Ausschusses auch 1936 wieder denselben Betrag von 270 RM zuzuschießen, wie in den Vorjahren. Aber die Stadt stellte nun die Bedingung, dass ihr Mitbestimmungsrechte eingeräumt werden sollten bei der Besetzung (womöglich sollten NSV-Schwestern zum Zuge kommen). Außerdem wurde gefordert, dass die Schwestern für die Krankenpflege und den Kindergarten ein Arbeitsbuch führen müssten. Mit dem Schreiben von 22.4.1936 an den Bürgermeister Scholl lehnte dies Pfarrer Dilger jedoch strikt ab. Doch die Stadt bestand auf einem zukünftigen Mitbestimmungsrecht und betonte, dass durch die Ablösung von Schwester Frida Holzinger in der Stadt "sehr große Unzufriedenheit" aufgetreten sei. Dies wies der Krankenpflegeausschuss in einem Schreiben zurück und betonte, dass die Arbeit der neuen Schwester sehr geschätzt würde und benannte sogar Zeugen, die dem Stadtrat angehörten. Nachdem jedoch bekannt wurde, dass die geforderte Einflussnahme auf die Krankenpflege nur von zwei Personen, nämlich dem Bürgermeister und einem Stadtrat vorangetrieben wurde, wurde dieses Schreiben zurückgehalten und nur dem Herrenberger Verband zur Kenntnis gegeben. In ausführlichen Gesprächen von Pfarrer Dilger mit Bürgermeister Scholl einigte man sich darauf, die Stadt im Falle der Abberufung einer Schwester 3 Wochen im Voraus zu informieren. Eine Mitbestimmung der Stadt bei der Neubesetzung blieb ausgeschlossen. Als Resümee schreibt Pfarrer Dilger im Juni 1936 an den Landesverband der Inneren Mission in Stuttgart: „Ich habe den Eindruck, dass die Angst, die auch bei manchen kirchlichen Vertretern die treibende Kraft ist, ein sehr schlechter Berater genannt werden muss und oft eine Niederlage schafft, wo noch gar nichts entschieden ist“.

Aber ein Jahr später kam eine neue Variante. Die Schwestern (Krankenpflege und Kindergartenschwester) wurden persönlich aufgesucht und unter Druck gesetzt: Man verlangte, dass sie Mitglied in der NSV werden müssten, weil sonst der städtische Zuschuss gestrichen würde. Beide Schwestern lehnten dies jedoch ab und verwiesen klugerweise darauf, dass zuerst die Stellung zwischen NSV und der "Inneren Mission" geklärt werden müsste. Der städtische jährliche Zuschuss in Höhe von 270,-RM erfolgte trotzdem und regelmäßiger wie in den Jahren zuvor.
(Bild rechts: Es geht um die Übernahme der Schwestern in den N. S. V.)

Krankenpflege in der Aufbauzeit
(2. Weltkrieg und danach)

1939, kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges, verließ der streitbare Pfarrer Dilger Großbottwar, er wurde nach Ulm versetzt und ab 1940 kam Pfarrer Rudolf Richter. In den folgenden Kriegsjahren finden wir in den Akten wenige Protokolle, da auch Pfarrer Richter zum Wehrdienst eingezogen wurde. Erst 1943 wird berichtet, dass Schwester Lotte Scheurel für die Versorgung der Kranken in der Filialgemeinde Hof und Lembach angestellt wurde. Sie erhielt eine pauschale Vergütung von monatlich 10,- RM, später von monatlich 50.- RM. Schwester Lotte sollte auch Kinderkirche und Religionsstunden in Hof und Lembach halten. In der Liste über diese monatliche Pauschalvergütung erscheint ab September 1945, nachdem Pfarrer Richter aus der Kriegsgefangenschaft zurück war, auch der Name Schwester Emma Kramer. Nach dem Weggang von Schwester Emma Kramer im Jahre 1947, war für die Kranken in Hof und Lembach lange Zeit niemand da. Pfarrer Richter verließ im Jahre 1950 Großbottwar. Zu dieser Zeit war Bürgermeister Schlitter bereits einige Jahre hier im Amt.

Erst 1958 lesen wir in den Protokollen wieder etwas vom Krankenpflegeverein. In der Zeit davor war Pfarrer Betsch (1950-1954) hier tätig. Erst von seinem Nachfolger Pfarrer Schlatter wissen wir wieder, dass er für die Krankenpflege verantwortlich war. Wir befinden uns nun in der Zeit des allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs. Aber leider hatte die Krankenpflegestation daran keinen Anteil. Ein großes finanzielles Defizit war vorhanden und noch 1962 waren die Schwierigkeiten nicht behoben. 1963 verließ Pfarrer Schlatter Großbottwar und Pfarrer Dilger kam, ein Neffe des Pfarrer Dilger aus den 30er Jahren. Seit Mitte des Jahres 1960 war Schwester Gertrud Melber vom Herrenberger Verband hier eingesetzt worden. Nachdem sie anfänglich mit dem Moped unterwegs war, wurde 1964, wegen deren angegriffener Gesundheit, ein Pkw beschafft. Die Stadt hatte dazu einen Zuschuss gegeben.

Ab 1965 half in besonderen Fällen Schwester Gertrud Melber auch in Hof und Lembach aus. Wegen weiterem gravierenden Abmangel wurden verschiedene Sparmaßnahmen eingeleitet. Außerdem sollten neue Fördermitglieder geworben werden. In geringem Umfang gelang dies auch, so dass die Zahl der Förderer auf 463 anwuchs. Intensiv wurde auch um Spenden geworben. Spender waren nicht nur Einzelpersonen sondern auch Vereine.

1973 war wieder Pfarrerwechsel: Pfarrer Dilger ging und Pfarrer Oehler kam. Im Jahr darauf konnte mit Gerhard Lorenz ein neuer Rechner für die Krankenpflege gewonnen werden. Trotz Krankheit konnte er diese Aufgabe über 20 Jahre wahrnehmen. Die finanzielle Situation hatte sich jedoch dramatisch zugespitzt. Man konnte den finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Die Kirchengemeinde gewährte dem Krankenpflegeverein ein zinsloses Darlehen in Höhe von 7.500,- DM, die Förderbeiträge wurden erhöht und Kostensteigerungen des Mutterhauses wurden nicht mehr bezahlt. Im Dezember sollte außerdem kein zusätzlicher Stationsbeitrag bezahlt werden, d. h. kein Weihnachtsgeld, obwohl das Mutterhaus darauf drängte. Anfang des Jahres 1977 beendete Schwester Gertrud Melber ihren Dienst. Da in absehbarer Zeit keine Schwester aus dem Herrenberger Verband zur Verfügung stand, und auch andere Mutterhäuser so schnell niemand frei hatten, half in dieser Zeit Frau Irene Müller von Großbottwar in vorbildlicher Weise tatkräftig aus. Aber die vielen Anfragen konnte sie nicht alleine bewältigen. Frau Brigitte Lees, ebenfalls ausgebildete Krankenschwester, übernahm gleichfalls einen Teil der Arbeit.

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Aufschwung in der Krankenpflege (ab 1978)
Aufgrund von dringenden Bitten erklärte sich schließlich das Mutterhaus Aidlingen bereit eine Schwester aus Köln abzuziehen und in Großbottwar einzusetzen. Nachdem die Wohnung im alten Gemeindehaus in der Gartenstraße 12 einigermaßen instand gesetzt war, begann am 2.5.1978 Schwester Margot Rieker ihren Dienst. Gleichzeitig übernahm sie die Leitung des Aidlinger Kreises (Bibelstunde) in Großbottwar.

Bald darauf beantragte der nach Großbottwar eingegliederte Ort Winzerhausen, dass deren Kranken mitbetreut werden, wie dies auch bei Hof und Lembach bereits seit längerem der Fall war. Es wurde eine gemeinsame Krankenpflegestation gegründet. Seither ist die Kirchengemeinde Winzerhausen im Krankenpflegeausschuss vertreten.

Als im Jahre 1980 die Kooperation "Diakoniestation Bottwartal" als Reaktion auf landespolitische Entscheidungen ins Leben gerufen wurde, war neben den Gemeinden Murr, Steinheim, und Oberstenfeld auch Großbottwar vertreten. Der abgeschlossene Kooperationsvertrag gewährleistete die Selbständigkeit der einzelnen Stationen.

Schnell musste in dieser Zeit, aufgrund des gestiegenen Pflegebedarfs in der Gemeinde, die Zahl der Schwestern erhöht werden. Auch finanziell ging es durch eine konsequente Abrechnung mit den Krankenkassen jetzt aufwärts. Dabei spielte auch die erfolgreiche Werbung von Förderern eine Rolle - ein bisher ganz unbekannter und erfreulicher Trend. Bald war kein Abmangel mehr von Kommune und Kirche zu finanzieren und weitere Fachkräfte konnten entsprechend dem Bedarf eingesetzt werden. Negative Schlagzeilen wegen finanziellen Defiziten blieben nun aus und die verantwortlichen Kirchengemeinderäte von Großbottwar und Winzerhausen atmeten auf. Doch auch das kontinuierliche Wachstum sorgte für neue Probleme: Wie sollte man geeignete Fachkräfte finden und wie der immer noch steigenden Nachfrage nachkommen?

Nachbarschaftshilfe seit April 1986
1984 übernahm Pfarrer Schultheiß nach dem Weggang von Pfarrer Oehler die Geschäftsführung der Krankenpflegestation. Bereits 1977 war er als 2. Pfarrer in unsere Gemeinde gekommen. 1986 gründete er, als Ergänzung zur Krankenpflege, die Nachbarschaftshilfe. Als Leiterin konnte er Frau Christel Dietrich gewinnen. Unter anderem wurden und werden Hausarbeiten, das Zubereiten und Richten von Mahlzeiten, Einkäufe und kleinere Besorgungen, betreute Spaziergänge, Kinderbetreuung und Betreuung Kranker und Pflegebedürftiger, Begleitung zu Ärzten und Ämtern angeboten. Aufgrund steigender Nachfrage stieg die Mitarbeiterinnenzahl zwischenzeitlich bis auf ca. 20 Frauen und Männer an. Bei Einführung der Pflegeversicherung (1995) musste die Nachbarschaftshilfe fest angestellte Helferinnen vorweisen. Neben der Einsatzleiterin Frau Dietrich wurden 3 weitere Frauen in Teilzeit angestellt.

Pfarrer Schard, geschäftsführender Pfarrer seit 1985, setzte sich sehr gegen die immer stärker werdenden Zentralisierungsbestrebungen ein. Zu sehr schätzte man die Verbundenheit der Menschen hier mit „Ihren“ Mitarbeitern der Krankenpflegestation. Als es darum ging die Kooperation „Diakoniestation Bottwartal“ in eine einzige zentrale Diakoniestation zu überführen, geschehen 1995, beschloss Mitte 1994 der Kirchengemeinderat, den Ausstieg aus dieser Kooperation. Man wollte sich einerseits die Personal- und die Finanzhoheit erhalten und auch weiter eine gemeindenahe und dem christlichen Glauben verpflichtete Krankenpflege gewährleisten. Diese Form zeigt sich zudem kostengünstiger, da auf bestehende Organisationsstrukturen zurückgegriffen und unnötige Bürokratie vermieden wird. Das 70 jährige Jubiläum konnte 1989 in festlicher Weise begangen werden. Fünf Jahre später, zur Feier des 75 jährigen Bestehens, fand am Freitag, den 29.04.1994, um 19.30 Uhr ein Jubiläumsabend im evangelischen Gemeindehaus und am Sonntag den 31.4. ein Festgottesdienst statt. Eine Festschrift wurde erstellt, Seminare und Vorträge angeboten. Zwischen den beiden Jubiläen lag der Neubau des evangelischen Gemeindehauses. In diesem Rahmen wurden auch neue Räumlichkeiten für die Krankenpflegestation geschaffen. Der Umzug in die neuen Räume erfolgte im Jahre 1993.

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Die Friedemänner
1988 war Pfr. Friedemann Kley als 2. Pfarrer nach Großbottwar gekommen. Die Anforderungen an die Krankenpflegestation wuchsen weiter. So wurden weitere Schwestern eingestellt und auch die Nachbarschaftshilfe wuchs stetig. Als er 1993 ins 1. Pfarramt wechselte, folgte ihm 1994 Pfarrer Friedemann Horrer ins 2. Pfarramt. Entsprechend der Geschäftsordnung übernahm er damit auch die Geschäftsführung der Krankenpflegestation. Dieser war sehr beliebt und „seine“ Mitarbeiterinnen lagen ihm sehr am Herzen. Leider verließ er jedoch 2006 Großbottwar und übernahm die Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde in Schwabbach bei Öhringen. Nach ein paar Monaten Karenz wurde Pfarrer Dr. Andreas Kümmerle dessen Nachfolger.

Mit dem Jahreswechsel 2001/2002 gab es bereits einen Leitungswechsel in der Nachbarschaftshilfe. Nach über 15 Jahren, verließ Frau Dietrich als Einsatzleiterin der Nachbarschaftshilfe die Krankenpflegestation und Frau Hanna Häcker kam an ihrer Stelle.

Kontaktgruppe für Suchtkranke seit April 1991
In der Zwischenzeit beschäftigten die Nöte von alkoholkranken Menschen die Köpfe und Herzen von Schwester Margot, Pfarrer Schard und Kirchengemeinderat Hans Feil. Sie konnten die Gründung einer Kontaktgruppe für Suchtkranke anregen. Im April 1991 waren Helmut Diller (gestorben im Januar 2007) und Rudi Gockenbach die Männer der Tat unter deren Leitung dieses Hilfsangebot startete. Diese Gruppe trifft sich wöchentlich im Gemeindehaus. Die Gruppe bespricht die mit der Sucht verbundenen Probleme und die Teilnehmer versuchen sich gegenseitig zu helfen, von der Sucht weg zu kommen. Mit großem Einsatz helfen die Leiter Betroffenen bei Behördengängen, Vermittlung von Entgiftungskuren bis hin zur Arbeitssuche. Bis heute leitet Rudi Gockenbach die angewachsene Kontaktgruppe, seit 2006 zusammen mit Thomas Henke.

Hospizgruppe seit April 1997
Auf Initiative der katholischen Kirchengemeinde Steinheim begannen 1996 die Vorbereitungen zur Gründung einer Sitzwachengruppe für das Bottwartal. Nach den überkonfessionell durchgeführten Schulungen wurde beschlossen, in Steinheim und Großbottwar 2 von einander unabhängige Hospizgruppen zu gründen, die sich im Bedarfsfall gegenseitig unterstützen können. Die Hospizgruppe in Großbottwar ist ebenfalls unter dem Dach der Krankenpflegestation, bietet aber ihre Hilfe ehrenamtlich und unentgeltlich allen Bürgern der Stadt Großbottwar mit Winzerhausen und Hof und Lembach an. Der Einsatz ist vorgesehen, wenn Angehörige bei der Begleitung und Betreuung Sterbender Unterstützung benötigen. Für die Koordinierung sind Frau Nicolaus und Frau Poller zuständig.

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Kurze Geschichte unserer „Verwaltung“
Von Anfang an konnte der ehemalige Indienmissionar und Hauptlehrer Bommer als Rechner gewonnen werden. Er behielt dieses Amt bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. Herr Bommer war zugleich Vorsitzender des ebenfalls im Jahre 1919 gegründeten CVJM. Regelmäßige Jahresberichte und Zuschussanträge, gerichtet an die Zentralleitung für Wohltätigkeit, kennzeichnen diesen Zeitabschnitt. Zuschüsse oder Ersatz zahlten neben der bürgerlichen Gemeinde die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft und auch der Landeswohlfahrtsverband.
Bis Mitte der 50iger Jahre wurde die Krankenpflegestation dann gar nicht mehr in den Protokollen der Kirchengemeinde erwähnt. Irgendwann ab oder nach 1946 war Herr Apotheker Karl Villinger ehrenamtlich als Rechner tätig. Als er im Oktober 1971 starb übernahmen die Kirchenpflegerin Frau Marchewski und ab 1972/73 zusätzlich Pfarrer Dilger vorübergehend diese Aufgaben. Der Haushaltsplan war bereits auf 34.000,- DM angewachsen. Von 1974 wurde die Abrechung der Krankenpflege von Herrn Gerhard Lorenz durchgeführt. Trotz langjähriger Krankheit war er bis 1996 tätig, hatte jedoch ab 1990 Teile dieser Aufgaben abgegeben. Zuletzt war er noch für die Förderbeiträge zuständig. Die abgegebenen Aufgaben wurden jeweils von der Kirchenpflege übernommen. Die gesamten Arbeiten (Verwaltung, Abrechnung mit Krankenkassen und Privatzahlern, Förderbeiträge u. a.) werden inzwischen von Kirchenpflegerin Helga Knorr sehr kompetent und engagiert ausgeführt. Sie ist seit 1993 als Kirchenpflegerin tätig. Der Haushaltsplan liegt inzwischen bei ca. 550.000 €. Ein kleines Unternehmen!

Die Rechner
1919 – 1945/46 Herr Eugen Bommer
1946(?) – 1971 Herr Apotheker Karl Villinger
1974 – 1996 Herr Gerhard Lorenz
seit 1993 Frau Helga Knorr

Leitung der Krankenpflegestation
1975 bekam die Arbeit der Krankenpflegestation unter Pfarrer Hans Dilger ihre erste Geschäftsordnung. Diese legte fest, dass der 1. Vorsitzende des Kirchengemeinderates, welches gleichbedeutend ist mit dem geschäftsführenden (1.) Pfarrer der Kirchengemeinde, die Lei-tungsverantwortung für die Krankenpflegestation innehat. Seit 1978 gehört Winzerhausen mit zum Versorgungsgebiet der Krankenpflegestation. Da Winzerhausen aber eine selbstständige Kirchenge-meinde ist, wurde in der Änderung der Geschäftsordnung vom 05.03.1981 der Pfarrer von Winzerhausen als stellvertretender und der 2. Pfarrer von Großbottwar, als 2. stellvertretender Vorsitzender benannt. In einer neuerlichen Änderung wird am 04.02.1986 der 1. Pfarrer von Großbottwar durch den 2. Pfarrer als Vorsitzender ersetzt. Stellvertreter bleibt der Winzerhäuser Pfarrer.

Am 10.11.1997 wird in der Geschäftsordnung festgelegt:
„Die Krankenpflegestation wird vom Vorsitzenden geleitet und vertreten. Vorsitz des Krankenpflegeausschusses und der Station wie seit 1976. Der Krankenpflegeausschuss berät den Kirchengemeinderat von Großbottwar. Die Kirchengemeinde ist Träger der Krankenpflegestation.“

Die leitenden Persönlichkeiten

1919 – 1920 Pfarrer Georg Heinrich Feldweg
1920 – 1933 Pfarrer Theodor Faber
1934 – 1939 Pfarrer Wilhelm Dilger
1940 – 1950 Pfarrer Rudolf Richter
1950 – 1954 Pfarrer Hans Gotthold Betsch
1954 – 1963 Pfarrer Theodor Schlatter
1963 – 1971 Pfarrer Hans Dilger (Neffe von Pfr. Dilger s.o.)
1972 – 1973 Vorsitzender KGR Klotz zur Entlastung des Pfr.
1973 – 1984 Pfarrer Hans Oehler
1984 – 1987 Pfarrer Schultheiß
1988 – 1993 Pfarrer Friedemann Kley
1994 – 2006 Pfarrer Friedemann Horrer
seit 2006 Pfarrer Dr. Andreas Kümmerle

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Namensliste der Schwestern, welche in Großbottwar, in Hof und Lembach und in Winzerhausen im Einsatz waren und sind:

Für Großbottwar
1919 – 1924 Schwester Luise Marstaller (Herrenberger Schwester)
1924 – 1926 Schwester Luise Kunz (ehem. Karl-Olga-Schwester)
Schwester Mina Michelfelder („Freie“ Schwester)
1926 – 1927 Schwester Rosine Wöhrle (Herrenberger Schwester)
1927 – 1932 Schwester Luise Haar (Herrenberger Schwester)
1932 – 1936 Schwester Frida Holzinger (Herrenberger Schwester)
1936 – 1959 Schwester Hildegard Kühnle (Herrenberger Schwester)
1960 – 1977 Schwester Gertrud Melber (Herrenberger Schwester)
1977 Aushilfe durch die Fachkräfte Frau Müller und Frau Lees

Für Hof und Lembach
1943 – 1945 Schwester Lotte Scheurel
1945 – 1947 Schwester Emma Kramer

Für Winzerhausen
1944 - 1972 Schwester Elsa Oettinger

Für das gesamte Stadtgebiet Großbottwar
Für die stark angewachsene Arbeit und die nun größere Mitarbeiterschar, wurde eine Pflegedienstleitung notwendig. Stellvertretend für alle Mitarbeiter sind nun die Pflegedienstleitungen aufgezählt.

1978 – 1998 Schwester Margot Rieker (Aidlinger Schwester)
1998 – 2005 Frau Elisabeth Pfendt
2005 - 2006 Frau Renate Frech
2006 - Herr Robert Meile

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weitere Info:

Hier bieten wir Ihnen eine » kurze Darstellung unserer Geschichte.



Evangelische Krankenpflegestation Grossbottwar
Gartenstrasse 1
71723 Grossbottwar

Tel.: 07148/64 44
Fax: 07148/92 26 96

eMail:
krankenpflegestation [at] t-online [dot] de

Bürozeiten:
werktags 11.00 - 14.00 Uhr (oder Anrufbeantworter) Träger: Evangelische Kirche Grossbottwar Unser Flyer zum Herunterladen

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